Seite wählen

Neues von Ihren Stadtwerken

Erst letztes Jahr hatte sich ein Storchenpaar den Kamin des Freibads ausgesucht, um sich dort anzusiedeln. Leider bauten sie direkt auf dem Kamin in luftiger Höhe ihr stattliches Nest. Neben den Abgasen bestand die Gefahr, dass Jungvögel in eine der drei großen Schornsteinöffnungen fallen könnte. Auch Adebar`s ‘Glücksbringer Kollege‘, der Schornsteinfeger, hatte allerhand mit den in die Kaminöffnungen gefallenen „Baumaterialien“ der im Horstbau noch nicht so geübten jungen „Unter-/Obermieterfamilie“ zu tun. Allerdings waren sie den Sommer über nicht mehr regelmäßig vor Ort und mit dem Nachwuchs hatte es (noch) nicht geklappt. Sporadisch wurden sie immer wieder gesehen, aber erst seit Anfang/Mitte Februar 2021 sind sie wieder ins Nest eingezogen. Es wird daher vermutet, dass sie den Winter über nicht im fernen Afrika verbracht haben. Die Geschichte ist ungewöhnlich, denn Weißstörche gehören zu den ausgesprochenen Langstreckenziehern. Normalerweise legen sie jährlich 20000 Kilometer zurück, um die afrikanischen Winterquartiere zu erreichen und dann im März wieder in ihre europäischen Brutgebiete zurückzukehren. Anscheinend gefällt es dem Paar in Pleinting und Umgebung so gut, dass sie erneut „ihr Nest“ beziehen möchten. Hierbei haben sie nun professionelle Unterstützung beim „Nest-Umbau“ durch zwei Ehrenamtliche des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) erhalten. Rudi Tändler und Hans Weber haben letzte Woche das Storchennest vom Kamin 2 Meter über das angrenzende Kamingeländer verlagert, so dass die Störche unbehelligt von Rauch in ca. 20 Meter Höhe sicher brüten können.  Behutsam wurde das alte Nest dazu von Rudi Tändler auf den extra angefertigten verzinkten Metall-Rahmen umgebettet. Jetzt können beide Glücksbringer (Kaminkehrer und Adebar) sicher über Jahrzehnte über das Freibad und Pleinting Glück ausschütten, so Weber. Tändler und Weber sind ehemalige Kollegen, haben sie doch jahrelang in der Unteren Naturschutzbehörde des Lkr. Rottal-Inn zusammen gearbeitet. „Es ist durchaus möglich, dass die Störche früher als letztes Jahr mit der Brutaktivität beginnen und sich vielleicht sogar heuer schon Bruterfolg einstellt, da sie nicht so geschwächt sind von der langen Rückreise“ meint Rudi Tändler, der ein großes Fachwissen über den Weißstorch besitzt. Ihn hatte letztes Jahr bereits die FWG-Stadträtin Silvia Ragaller im Auftrag von Stadtwerke-Chef Karl Eibl kontaktiert, um ihn über Adebar`s Anwesenheit bzw. den „Wohnort der beiden Störche“ zu informieren und der sich sehr über diese Mitteilung freute. „Anscheinend finden die beiden genügend Futter in der Umgebung“ pflichtete ihm Hans Weber bei, „es sind ausreichend feuchte Wiesen vorhanden“.  Sie finden auf den angrenzenden Naturflächen ein Schlaraffenland vor.  An Insekten, Regenwürmern, Fröschen und kleinen Nagern als Nahrung fehlt es ihnen nicht. Lassen wir uns also überraschen, ob sie das Nest weiterhin annehmen und sich der ersehnte Storchennachwuchs (die Brutdauer beträgt 32 Tage) dieses Jahr einstellt – „dies wäre doch einmal eine erfreuliche Nachricht“, da sind sich Vermieter und alle Umzugs-Helfer*innen unisono einig.

Text von Silvia Ragaller

spinner4